Zur
Startseite
EINE
EMAIL AN UNS?
R*U*S*S*L*A*N*D IN E*U*R*O*P*A (FORTSETZUNG)
|
RUSSISCHE PROGRAMMISTEN SIND SCHMUGGELWARE
GEWORDEN Um ein Haar wäre ein russischer Programmierer ins Ausland
entführt worden. Der Moskauer sollte zur Arbeit in der fremde gezwungen
werden. |
|
|
Nach мк.ru PS. Ich, Iwan Matrjoschkin, Esq., bekannt als
Allroundexperte, u.a.. auch in Computerfragen, bitte erneut die deutsche
Polizei um Personenschutz. Ich habe gute Gründe anzunehmen, dass viele
think-tanks im Westen danach trachten, mich zu ihren führenden
Mitarbeitern zu zählen. Da ich meine Dienste ausschließlich meiner
Wahlheimat Deutschland zur Verfügung stellen will, droht mir die Entführung
wie dem jungen Mann in Moskau. Sollte mir das Malheur widerfahren, rege
ich an, die Spurensuche in der Kneipe Sonnenschein, Berlin, Prenzlauer
Berg, aufzunehmen. Der Kneipier, der zwar jeglichen Charme vermissen lässt,
aber einen Schirm und eine Melone sein eigen nennt, ist mir sehr verdächtig,
ein CIA-Agent zu sein. Er hat sich auch verplappert, als er auf meine
Bitte, mir mein Bier anzuschreiben, mit sorry
antwortete. Im allgemeinen ist festzustellen, dass wir, die Russen, mit
jedem Tag in der Welt an Wert
gewinnen. Wann endlich kapieren es die Deutschen? 25.9.03
|
|
EU UND RUSSLAND
In der Europäischen Akademie zu Berlin fand eine Tagung zum Thema “Russland vor den Duma- und Präsidentschaftswahlen und die Konsequenzen für das Verhältnis zur EU“ statt.
Die bevorstehenden Wahlen in Russland ziehen mehr und mehr die Aufmerksamkeit der deutschen Russlandexperten auf sich. Kaum jemand von Rang in dieser kompetenten Riege zweifelt an der großen Bedeutung der Konstellation der russischen politischen Kräfte für die Zukunft Deutschlands, des gesamten Europas. Man kennt die Geschichte. Man weiß Bescheid über die Spätfolgen der Isolierung Russlands nach der Großen Revolution 1917. Hätten die führenden europäischen Mächte, die Sieger des Weltkrieges, damals konsequent den Kurs auf Einbindung Russlands ins europäische Nachkriegssystem verfolgt, wäre dem alten Kontinent vielleicht einiges erspart geblieben. Jedenfalls hätten es die Urheber des Weltkrieges Zwo, die auf der Hefe des Antikommunismus und der Russenphobie in Europa an Einfluss gewannen, es schwerer gehabt. Und ihre feindlichen, von der Bürgerkriegsmentalität gezeichneten Brüder in Russland auch.
Damals hieß es, Russland dürfe wegen seiner Ausrichtung auf die Weltrevolution im europäischen Konzert keinen Platz erhalten. Das Russland von heute ließ seine Verirrungen von gestern fallen. Dennoch wird auch dieses andere Russland auf Distanz gehalten. Vom Kooperationswillen wird zwar auf beiden Seiten viel gesprochen. Getan aber weniger als nötig, um einer Entfremdung Russlands vorzubeugen. So, wenn es um die Bewegungsfreiheit der Russen in Europa geht. Oder um einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, ohne Zollschranken für russische Exporte. Die Investitionen der EU- Länder in die wirtschaftliche Entwicklung Russlands, auch wenn sie in der letzten Zeit steigen, bleiben hinter den vorhandenen Möglichkeiten zurück.
Es gibt also keinen Grund, mit der Entwicklung der Beziehungen zwischen der EU und Russland übermäßig zufrieden zu sein. Das klang in den Vorträgen in der Europäischen Akademie durch. Auch die Sorge ließ sich vernehmen, dass die Osterweiterung der EU, bei der Russland ausgespart bleibt, die Situation, gelinde gesagt, nicht gerade verbessert.
Was
aber den in den Vorträgen angesprochenen Zusammenhang
zwischen den bevorstehenden Wahlen
in Russland und der Russlandpolitik der EU angeht, lässt er sich auf ein
russisches Sprichwort reduzieren: „kak
auknetjsja, tak i otkliknetjsja“. Auf Deutsch: “Wie man in den Wald ruft, so
schallt es zurück.“ Also darf man sich nicht wundern, wenn der eine oder
andere Demagoge in der Wahlpropaganda in Russland seinem Hass auf Europa freien
Lauf lässt. Und vielleicht sogar bei den Wahlen
besser abschneidet, als es den Anhängern
der Integration Russlands in Europa wünschenswert
erscheint.
24.8.03
EIN VERSPÄTETER ZUSATZ
Da eine aufdringliche Leserin unbedingt wissen wollte, wie unser Team die wiedergegebenen Ausführungen der Russen einschätzt, haben wir uns nach Konsultationen in den konferenznahen Kreisen zu folgender Stellungnahme entschlossen:
Der EU- Druck auf Russland hat wohl etwas damit zu tun, dass mit der EU-Osterweiterung eine folgenreiche Auseinandersetzung verstärkt einsetzt. Es geht um den Pelz des russischen Bären. Damit ist (vorläufig!) nicht der ihm an die Knochen angewachsene gemeint, sondern der wohlfeil erworbene Pelz. Ohne Umschweife zu sagen, die Randgebiete der ehemaligen Sowjetunion.
Sowohl die USA als auch die EU sehen darin ihre Interessensphären. Im Wettbewerb um die Pfründe, deren Besitz die Rivalität der beiden Giganten vielleicht einmal entscheiden wird, ist aber die russische Einstellung von Bedeutung. Wer Russland wohlgesonnen ist, der hat bessere Chancen, sich in der ehemaligen sowjetischen Peripherie festzuklammern. Denn Russland hat auch nach dem Zerfall der Sowjetunion dort einiges zu sagen. Alte Liebe rostet nicht.
Wenn die EU Russland vorwirft, sich insgeheim der Osterweiterung zu widersetzen und die Staaten des ehemaligen sowjetischen Imperiums schlecht zu behandeln, hat der sanfte Druck einen Hintergrund, der über das hinausgeht, was offiziell verkündet wird. Russland soll zum Entgegenkommen bewegt werden.
Wie soll sich Russland verhalten? Unser Forschungszentrum, geleitet von Iwan Matrjoschkin, Esq., erarbeitet jetzt eine geheime Denkschrift, die dem Kreml zugeleitet werden soll. Soviel ist aber bereits klar: vor die Wahl zwischen der EU und den USA gestellt, muss sich Russland für Europa entscheiden. Sonst droht den Russen das gleiche Schicksal wie den Rothäutigen und den Wisenten in der Prärie.
29.2.04
In der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik ging ein internationales Treffen zu Ende, das den Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland galt.
Die Veranstalter nannten dieses Treffen Seminar. Aber nach der hochkarätigen Teilnehmerliste zu urteilen, ist die Bezeichnung zu bescheiden. Insbesondere, wenn man sich die russische Teilnehmerliste anschaut. Aus Moskau kamen nämlich führende Parlamentarier, einflussreiche Kremlberater, weltweit bekannte Politologen. Es war ein Beweis dafür, wie viel Bedeutung in Russland der weiteren Entwicklung der guten Zusammenarbeit mit der EU beigemessen wird.
Auch die Diskussionsbeiträge der russischen Teilnehmer zeugten davon. Wie der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses der Staatsduma Konstantin Kosatschow und der stellvertretende Außenminister Russlands Wladimir Tschishow der Presse verrieten, traten die Russen dafür ein, dass die im Zusammenhang mit der bevorstehenden EU- Osterweiterung noch offen gebliebenen Fragen einvernehmlich gelöst werden. Entgegen der durch die Medien geisternden Berichte denkt Russland nicht daran, auf die EU Druck auszuüben. Es will nur, dass die EU das Partnerschaftsabkommen mit Russland einhält. Ein Abkommen, das zusicherte, die Änderungen in der EU würden zu keiner Benachteiligung Russlands führen.
Das heißt unter anderem, dass der EU- Beitritt der osteuropäischen Länder, die traditionelle Handelspartner Russlands sind, zu keiner Drosselung russischer Exporte führt. Dieser unerwünschte und keinem der Beteiligten dienende Effekt würde aber unweigerlich eintreten, wenn die neuen EU- Mitglieder von Heute auf Morgen den EU- Quotenregelungen unterworfen werden. Die russischen Experten beziffern in diesem Fall die Verluste der russischen Exporteure mit 150 Millionen Euro jährlich.
Die russischen Seminarteilnehmer verwehrten sich auch dagegen, dass die EU-Osterweiterung den Visavorhang vor Europa für Russen noch höher macht. Das tritt aber ein, wenn die EU- Einreiseregeln auf die neuen EU- Mitglieder übertragen werden, ohne Erleichterungen für russische Bürger in Aussicht zu stellen.
Auch der Verkehr zwischen dem nach der EU- Osterweiterung zu einer russischen Enklave in der EU werdenden Kaliningrader Gebiet und dem russischen Mutterland ist noch bei weitem nicht gesichert. Zwar ist es gelungen, eine halbwegs annehmbare Lösung für den Personenverkehr zu finden, aber was den Güterverkehr angeht, muss diese noch gesucht werden.
Die russischen Experten verwiesen auch darauf, dass die EU gegenüber Russland nicht selten die Politik des doppelten Standards verfolgt. Dort, wo es politisch opportun erscheint, wird auf Menschenrechte gepocht. Wenn es aber um die Diskriminierung der russischen Bevölkerungsteile in Lettland und Estland geht, die demnächst in die EU aufgenommen werden sollen, drückt man in der EU beide Augen zu.
Die Russen stellten fest, dass die Legitimität dieser und auch einiger anderer russischen Sorgen in der EU nicht offen bestritten wird. Dennoch werden die Schlussfolgerungen für die EU- Praxis nicht gezogen. Es liegt im Interesse Europas, dass das anders wird. Sonst kann es passieren, dass die EU- Osterweiterung der darüber hinaus gehenden europäischen Integration, die um Russland, dem größten europäischen Staat, keinen Bogen machen darf, schadet. Und somit auch die Chancen Europas, den ihm angemessenen Platz in der Welt zu wahren und auszubauen, mindert. Das will Russland nicht und die anderen europäischen Staaten wohl auch nicht.
24.2.04
EU-OSTERWEITERUNG
Täglich berichten die deutschen Medien über die verstärkte Aktivität der Bundesregierung in den neuen Ländern der Bundesrepublik .
In der letzten Zeit begeben sich der deutsche Regierungschef und seine Kabinettsmitglieder immer öfter in die neuen Bundesländer, was die akute wirtschaftliche Situation in Ostdeutschland offensichtlich erfordert. Tatsächlich bekommen die Ostdeutschen allen Unbill der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung doppelt so schmerzlich zu spüren wie der andere Teil der Bevölkerung der Bundesrepublik. Eine Ursache dafür ist die Deindustrialisierung Ostdeutschlands, die gleich nach der deutschen Wiedervereinigung einsetzte und trotz des vielzitierten Programms Aufbau Ost weiter andauert. Der doppelte Anteil der Arbeitslosen, die Finanzkrise der Länder und Kommunen, die zunehmende Abwanderung der Jugend sind nur einige Folgen. Die härtesten Analytiker, die nicht unbedingt recht haben müssen, sprechen schon von der schleichenden Verelendung Ostdeutschlands. An die einst versprochenen blühenden Landschaften erinnert man nur, um Frust und Wut zum Ausdruck zu bringen.
So wurde Ostdeutschland zu einem wunden Punkt in der Strategie der deutschen Regierungskoalition, die versucht, wieder Tritt zu fassen. Bevor es endgültig zu spät ist.
Aber die Aktivitäten der Bundesregierung haben jetzt noch einen Grund, der nicht so sehr mit der Innen-, sondern mehr mit der Außenpolitik zu tun hat. In wenigen Tagen wird die EU- Osterweiterung perfekt. Je näher aber der Termin kommt, desto mehr stellt sich heraus, dass die neue Etappe der europäischen Integration in der ostdeutschen Bevölkerung stark umstritten ist. Naturgemäß am meisten in den ostdeutschen Ländern, die voraussichtlich davon unmittelbar betroffen sein werden. Darunter und vor allem in den Grenzgegenden zu Polen, wo hohe Besucher aus Berlin besonders oft weilen.
Es geht hier nicht so sehr um die bekannten Spannungsherde in den beiderseitigen Beziehungen wie der von den USA durch die unsinnige Gegenüberstellung des „alten“ und „neuen“ Europa angeheizten Streit um den Irakkrieg. Auch die Auseinandersetzungen über die EU- Verfassung oder um die Einrichtung eines Vertriebenenzentrums in Berlin regen die hiesige, insbesondere die ländliche Bevölkerung nicht sonderlich auf. Aber die Aussicht auf die Öffnung der Grenze für viel billigere polnische Arbeitskräfte und für den billigen Warenstrom schrecken einen mecklenburgischen Bauern oder Kleinunternehmer auf, der auch jetzt um seine Existenz hart kämpfen muss. Trotz der Zusicherungen Berlins, denen er nach den Erfahrungen des letzten anderthalb Jahrzehnts sowieso sehr skeptisch gegenübersteht.
Wie tief die Beunruhigung geht, sagt die Tatsache, dass in diesen ostdeutschen Gegenden das Wiedererwachen des Fremdenhasses, vorwiegend in Bezug auf die Polen, festgestellt wird. Es gab auch Übergriffe, deren Vermehrung die hiesige Polizei nach dem Vollzug der EU-Osterweiterung mit viel Sorge erwartet.
Für alle, die mit der europäischen Integration die Hoffnung auf eine neue politische Atmosphäre verbanden, ist diese Entwicklung sehr enttäuschend. Den Bemühungen des deutschen Bundeskanzlers und seines Teams, vorbeugend und aufklärend zu wirken, wünschen sie deswegen Erfolg. Russland macht dabei keine Ausnahme, schon aus dem Grunde, weil es in seinem westlichen Vorfeld die Spannungen am wenigsten gebrauchen kann.
15.4.04
Der Tag der internationaler Solidarität der Werktätigen droht in diesem Jahr eine merkwürdige Gestalt anzunehmen. Diese Vermutung schöpfte man auf einer zweitägigen Gewerkschaftskonferenz in der deutschen Hauptstadt.
Die Konferenz galt den Folgen der EU-Osterweiterung, die am ersten Mai dieses Jahres besiegelt wird. Zehn neue Mitglieder treten der EU bei. Und zwar unter Bedingungen, die den Einfluss der Gewerkschaften in der Europäischen Union keineswegs stärken.
Das stellten die Konferenzteilnehmer, darunter der DGB-Chef Sommer, fest. Sie mussten das Scheitern der Bemühungen einräumen, der sich nach Osten erweiternden EU mehr soziale Verantwortung einzupflanzen. Im Gegenteil, es sei zu erwarten, dass der Beitritt der Länder Osteuropas den Druck auf die sozialen Versicherungssysteme in den EU-Kernländern, vor allem in Deutschland, beträchtlich erhöht.
Die neuen Mitglieder bringen nämlich eine unerfreuliche Mitgift ein. Diese ist durch strukturelle Wirtschaftsschwächen, eine noch höhere Arbeitslosigkeit als die in der EU, ein viel niedrigeres Niveau sozialer Leistungen geprägt. Es ist zu erwarten, dass von der Bevölkerung des "alten" Europas neue Opfer eingefordert werden. Und zwar mit der bereits mehrmals ins Feld geführten ultima ratio, man müsse den drohenden Standortnachteilen entgegenwirken. Sonst wandere das Produktionskapital über die Grenze. Und mit ihm Arbeitsplätze und die für die soziale Absicherung unerlässlichen Steuergelder.
Selbstverständlich wurde auf der Konferenz auch die Frage aufgeworfen, was die Gewerkschaften tun können, damit die EU-Osterweiterung nicht zu einem weiteren Absinken der sozialen Leistungen in den EU-Kernländern führt. Jener sozialen Leistungen übrigens, die gerade die Gewerkschaften den Unternehmern in einem Jahrzehnte langen Kampf abgetrotzt haben und die zum markantesten Zug des modernen Kapitalismus mit menschenfreundlichem Gesicht werden sollten.
Leider lauteten die Antworten auf diese Frage nicht gerade überzeugend. Auch weil der Versuch, in der EU- Verfassung mehr Rechte für Arbeitnehmer und ihre Verbände zu verankern, scheiterte. Zusammen mit dem von Deutschland favorisierten Verfassungsprojekt. Möglicherweise nicht nur infolge der Gegensätze zwischen den EU- Staaten, sondern auch weil die Verfassung die Handlungsfreiheit des Großkapitals etwas einschränken könnte.
Last not least musste die Konferenz auch deswegen einen russischen Journalisten etwas enttäuschen, weil in dem einleitenden Referat und in den Diskussionsbeiträgen selbst das Wort "Russland" kaum vorkam. Zwar gehört Russland bekanntlich nicht zur EU und sein Beitritt steht nicht auf der Agenda der europäischen Integration, aber zu Europa gehört es allenfalls. Und die EU-Osterweiterung darf die russischen Interessen nicht beeinträchtigen. Geschieht es, sind neue Konflikte in Europa vorprogrammiert. Dies würde die wirtschaftliche und soziale Situation in der erweiterten EU keineswegs erleichtern.
Auch von diesem Standpunkt aus müsste die fällige, beiderseitig günstige Neuregelung der Beziehungen zwischen der EU und Russland die europäischen Gewerkschaften nicht kalt lassen.
Andererseits verspricht die sich abzeichnende Diskriminierung der russischen Exporte auch den russischen Arbeitnehmern nichts Gutes. Und diese dürfen wohl von der auf der Konferenz beschworenen internationalen Solidarität nicht ausgeschlossen werden. Jedenfalls wenn die Traditionen der europäischen, insbesondere der deutschen Gewerkschaftsbewegung nicht in der Rumpelkammer der Geschichte landen sollen.
6.2.04