RUSSLAND IN DER WELT (FORTSETZUNG)

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Auf der diesjährigen internationalen Sicherheitskonferenz in München hielt der russische Verteidigungsminister Sergei Iwanow eine   Ansprache. 

Bis jetzt fanden Iwanows Ausführungen nicht viel Beachtung in den deutschen Medien. Es ist schade. Denn der russische Verteidigungsminister schnitt Fragen an, die unter anderem auch eine, für  die  Sicherheit der Bundesrepublik sehr wichtige Region tangieren. Gemeint ist die in den russischen Medien als "Grauzone“ in der europäischen Sicherheitslandschaft bezeichnete Region.

Es geht darum, dass vier neue NATO-Kandidaten formell nicht  in die europäische Sicherheitsstruktur eingebunden sind. Und zwar Litauen, Lettland, Estland  und die Slowakei. Sie haben es bis jetzt versäumt,  die für andere Europäer verpflichtenden militärischen Sicherheitsbestimmungen einzuhalten und sich den diesbezüglichen Kontrollen zu unterwerfen.

Zwar geht es hierbei um  Staaten, die  zu keiner Gefahr für ihre Nachbarn werden können und wollen. Trotzdem  gibt das Loch im europäischen Sicherheitsgeflecht  Russland Anlass zur Sorge. Denn    unter Umständen können andere, viel mächtigere Staaten dieses nutzen, um   ihre Militärstützpunkte näher an Russland zu rücken. Vor allen die USA, die bis jetzt jede  Gelegenheit ergriffen haben, sich an die russischen Grenzen heranzutasten. Besonders im südlichen Vorfeld Russlands, wo sie militärische Stützpunkte einrichteten, um der Gefahr des internationalen Terrorismus Herr  zu werden. Im Falle  Ost -und Nordeuropas würde allerdings ein ähnliches Vorgehen gar keine Glaubwürdigkeit besitzen. 

Die Schlupflöcher im europäischen Sicherheitsgeflecht dicht zu machen, heißt auch einer anderen Gefahr vorzubeugen. Der Gefahr einer laschen Behandlung der auf dem europäischen Kontinent  bestehenden Sicherheitsbestimmungen. Diese müssen aber von allen europäischen Staaten  ohne wenn und aber eingehalten werden. Und selbstverständlich ohne Rücksicht auf den Druck, den eine um die europäische Sicherheit  nicht unbedingt sehr besorgte Weltmacht ausüben kann. Sonst würden die Sicherheitsvorkehrungen der Europäer, in Jahrzehnten  mühsamer Verhandlungen entstanden, ausgehöhlt.

Zwar haben die europäischen Spitzenpolitiker mehrmals beteuert, dass die NATO-  Osterweiterung  der russischen Sicherheit nicht abträglich sein wird.  Eigentlich läge  es im eigenen Interessen der Europäer.  Darunter und vielleicht vor allem auch der Bundesrepublik. Besonders in dem vom russischen Verteidigungsminister angesprochenen Fall. Geht es ja um eine, an ihr Territorium  angrenzende   Region, wo sie sich noch weniger als anderswo  eine Anhäufung von Waffen etc. wünschen kann.  

Somit würde die Beseitigung  der Schlupflöcher im europäischen Sicherheitsgeflecht  einen evidenten   Beweis für die Berücksichtung nicht nur  der russischen Interessen bei der NATO- Osterweiterung liefern.  Es wäre ein guter Beitrag zur  weiteren Verbesserung des internationalen Klimas auf dem gesamten Kontinent, insbesondere aber in Mittel- und Nordeuropa.

9.2.04 

SIND DIE GEGEN DIE USA- TRUPPEN IM IRAK GERICHTETEN ATTENTATE ZU BILLIGEN?

 

Keineswegs, meint russischer Außenminister Sergej   L a w r o w in seiner jüngsten Stellungnahme zur Situation im Irak.  Andererseits meint er aber, dass die Amis selbst die Schuld dafür tragen, dass sie jetzt in der Falle sitzen. Trotzdem sieht Russland mit Unbehagen, wie sich  die Lage in Irak  ständig verschlechtert. Es ist  der Meinung, dass die wichtigste Aufgabe zurzeit darin besteht, die Besetzung Iraks schnellstmöglich zu beenden und seine
Souveränität und die Rechte des irakischen Volkes wiederherzustellen. Gerne hilft es den Amis, das zu tun, wenn sie sich endlich dazu entschließen sollen.

Wir werden niemandem, sagt Herr Lawrow,  unsere Ratschläge aufzwingen, doch unsere Einschätzungen und Prognosen zur Entwicklung der Lage in Irak finden jeden Tag ihre Bestätigung. (Unsere auch- PS. von matrjoschka-online.de)

Wir kennen dieses Land (wir auch !- PS. von matrjoschka-online.de). Wenn die UNO auf Bitte der Iraker die zentrale Rolle bei der politischen Regelung im Irak übernimmt- und dies wird nach der Einstellung der Besetzung der Fall sein,  wird Russland
sich  daran beteiligen. (Iwan Matrjoschkin, Esq. versicherte, er stünde Gewehr beim Fuß und nehme das Amt des UNO- Hochkommissars an, sollte dieses ihm angeboten werden.)
22.03.04

ZUM VERHÄNGNISVOLLEN JAHRESTAG

Der Jahrestag des Beginns des amerikanischen Krieges gegen Irak gibt Gelegenheit zu der Feststellung, dass der einzige Sieger in diesem Krieg der
internationale Terrorismus ist, dessen Bekämpfung angeblich der Grund für den Feldzug der USA war. Zwar ist das irakische Volk von der grausamen Diktatur Husseins  befreit worden, Was hat er aber bekommen?  Nur Gerede über Demokratie, reales Chaos und einen immer näher kommenden
ethnischen und konfessionellen Bürgerkrieg. Am Ende kann  das Land auseinanderbrechen oder eine
theokratische Diktatur entstehen, die noch grausamer ist als die Husseins - die wenigstens eine weltliche war. Außerdem war Irak früher für Terroristen tabu, während heute die Türen sperrangelweit
offen stehen.

Die amerikanische Armee hat ihren militärischen Feldzug glänzend gewonnen, aber die Militärs zahlen wie immer für die Fehler der Politiker. Die mächtigste Armee der Welt ist nun auf Leben und Tod an Irak und Afghanistan gebunden, wo sie in einen hoffnungslosen, endlosen
Krieg verwickelt ist . Aus Irak wird indessen weder ein mustergültiges demokratisches Land noch ein
Schauplatz für Schläge gegen Iran und Syrien und nicht einmal ein Reservoir für Erdöl. Die Amerikaner haben bekommen, was sie nicht erwartet haben und was sie nicht wollten, nämlich eine Brutstätte des
Terrorismus, einen würdigen Nachfolger für das Afghanistan der Taliban.

Die von den Amerikanern unter enormen Schwierigkeiten
zusammengezimmerte Anti-Terror-Koalition bricht  zusammen. Nach den Anschlägen in Madrid haben
die Spanier  kapituliert. Der Sieg der pazifistischen Sozialisten bedeutet, dass Europa  grundsätzlich nicht in der Lage ist, sich der Gewalt zu widersetzen. Den "alten Kontinent" kann man abschreiben,
bald wird er  Vereinigten Europäischen Emiraten heißen.


Die Achillesferse der europäisch-amerikanischen
Zivilisation, die Uneinigkeit und zweierlei
Standards, werden diese zugrunde richten. 

(Nach IMA-PRESS. Ru.22.3.04 )  

EINE RUNET- ZEITUNG ÜBER DIE NATO-OSTERWEITERUNG

 1.

 Auf der einen Seite hat Moskau zur NATO-Erweiterung ziemlich gemäßigte Kommentare abgegeben. So erklärte der Präsident Russlands, dass
Russland "keinerlei Befürchtungen im Zusammenhang mit der NATO-Erweiterung hat" ... Gleichzeitig wurden aber mit Billigung des Kremls  sehr scharfe Erklärungen der Staatsduma abgegeben . Es sieht so aus, als ob diese ambivalente Haltung Russlands zwei Ziele verfolgt: Es soll gezeigt
werden, dass Russland von der NATO-Erweiterung und ihren möglichen Folgen zwar beunruhigt ist, die Beziehungen zur Allianz aber nicht
verdorben werden sollen, umso mehr, als sich unter dem früheren Generalsekretär George Robertson die Beziehungen zwischen Russland und der NATO ernsthaft verbessert haben.

Dabei muss man zugeben, dass die Haltung Russlands die Ausdehnung der Allianz auf das Territorium der ehemaligen UdSSR nicht verhindern
kann. So hat  der Präsident der Ukraine, Leonid
Kutschma, das vom Parlament ratifizierte Memorandum unterzeichnet, das eine zügige Zugangsberechtigung von NATO-Truppen zum Territorium der Ukraine vorsieht. Das Memorandum enthält die rechtlichen Grundlagen einer Unterstützung der Ukraine für die Durchführung von militärischen oder friedensstiftenden Operationen der NATO im Rahmen des Abkommens
der "Partnerschaft für den Frieden". Es sieht vor, dass die Ukraine der NATO  Hilfe in vielerlei Form leistet und Informationen zur Verfügung stellt. Die Art
und die Mittel der Unterstützung von NATO-Operationen durch die Ukraine sollen durch separate Abkommen festgelegt werden. Überdies
legt das Memorandum fest, dass diese Hilfe gegen Bezahlung erfolgt ...Damit schlägt die Ukraine gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie bekommt zusätzliche Finanzierungsquellen und setzt im Rahmen des übergreifenden Prozesses ihre Integration in die Europäische Union
 fort.

 

In dieser Situation löst das Vorrücken der NATO an die Grenzen Russlands größte Beunruhigung aus. Schon heute wird der Luftraum des Baltikums
von Kampfjets der Allianz kontrolliert. Wenn dann noch in der Ukraine Militärstützpunkte der NATO errichtet werden, ist der Westen Russlands
von Streitkräften des stärksten Militärblocks der Welt eingekreist.

Offensichtlich bleibt uns nichts anderes übrig, als  eine Annäherung an die NATO. Erstens braucht Russland, solange es Atomwaffen besitzt, eine Aggression von außen kaum zu
befürchten. Zweitens kann es aus zwei Gründen die NATO-Erweiterung nicht aufhalten, und zwar aus dem Mangel an eigenen Ressourcen sowie
wegen des strategischen Interesses der Europäer an der Erweiterung der Allianz, denn ohne Einbeziehung der Länder Ost- und Mitteleuropas in die NATO ist ihre Integration in der Europäischen Union nicht möglich.
 

Das Thema Terrorismus versucht Russland zu einer
Akzentverschiebung bei der NATO-Strategie zu nutzen, was eine solide Grundlage für eine Annäherung an die Allianz schafft. Allerdings ist
einstweilen nicht klar, inwieweit diese Taktik Russlands aufgehen wird. Noch läuft die Terrorismusbekämpfung unter dem Diktat der USA
ab, die diese  für die Legitimierung der eigenen
militärischen Kampagnen nutzen.


2.

Der Besuch des NATO-Generalsekretärs Jan de Hoop Scheffer in der russischen Hauptstadt soll endlich einen Punkt unter die unerwartet
ausgebrochene Polemik zwischen Russland und der Allianz setzen. Unerwartet deshalb, weil die Erweiterung der NATO rechtzeitig geplant
war; und die russischen Politiker sollten sich nicht gerade an dem Tag gegen die Erweiterung polemisieren, an dem die Erweiterung
vollzogen wurde, sondern sie hätten es vielmehr tun sollen, als in Brüssel die entsprechenden Beschlüsse militärisch-technischer Art gefasst wurden. Man könnte natürlich annehmen, dass sämtliche Proteste
gegen die Erweiterung rein rhetorischer Natur sind ...

 

Die Zusammenarbeit zwischen der NATO und Kiew kann die Illusionen von dem Wiedererstehen irgendeines einheitlichen Raumes auf den Relikten
der ehemaligen UdSSR durchkreuzen. Denn selbst im Fernsehen wird man den russischen Werktätigen nur schwer erklären können, wieso Russland einen gemeinsamen Wirtschaftsraum oder ähnliches mit einem Land schaffen soll, das NATO-Mitglied ist. Die nach Osten vorrückende Allianz beginnt die Illusionen Russlands zu gefährden. Und für die russische politische Elite war das Hegen von Illusionen immer
wichtiger als die Realität. (nach Politkom.ru)

8.4.04 

IWANOWS HÖRNER

In einem Beitrag für das Magazin RUSSLAND IN DER WELTPOLITIK  hat der russische Verteidigungsminister Sergei Iwanow  eine Änderung der russischen Politik für den Fall angekündigt, dass die NATO an ihrer "offensiven militärischen Doktrin" festhalte. Er forderte die NATO auf, in ihren Plänen von anti-russischen Szenarien  abzusehen und ihre Mitglieder von antirussischen Äußerungen abhalten.

Gefragt  nach Hintergründen dieser Stellungsnahme des Präsidentem Putin nahestehenden Hardliners, wies unser Militärexperte Iwan Matrjoschkin, Esq., auf deren Zeitpunkt: In den nächsten Tagen treten Estland, Lettland und Litauen der NATO bei . Die baltischen Ländern bringen in ihrem Gepäck viel  Zündstoff. Denn in den  Beziehungen zwischen  Russland und diesen neuen mächtigen Streitern für  transatlantische Solidarität bleibt  Einiges offen. Darunter  der Grenzverlauf und Behandlung  der großen russischen Diaspora im Baltikum.

In diesem Zusammenhang sprach I.M., Esq. sein Bedauern darüber aus, dass der neue Nato- Generalsekretär ihn noch nicht zu seinen Beratern zählt. Der frühere, Lord Robertson, der ihm den Ehrentitel Esquire verliehen hätte, war da anders. In schwierigen Fällen konsultierte er Iwan Matrjoschkin, was ihm half, richtige Entscheidungen zu treffen.

Im Übrigen aber sieht unser Militärexperte keinen Grund für Panik in den westlichen Hauptstädten. Das Drohgebärde Iwanows soll zwar ernstgenommen werden, dennoch lehrt  ein russisches Sprichwort dass, бодливой корове Бог рог не дает (einer streitsüchtigen Kuh gibt  der liebe Gott Kuh keine Hörner). 

An den Kreml appellierte Iwan Matrjoschkin, die zu erwartende antirussische Hetze der neuen NATO-Mitglieder in den Gremien der Allianz auf die leichte  Schulter zu nehmen. Mit der Zeit werden sie  dem Westen auf den Wecker fallen. Europa ist auf Zusammenarbeit mit Russland angewiesen. Das zählt, alles andere Peanuts.     

27.3.04

 

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