DICHTER.  (FORTSETZUNG)                     

Auf dem Bildchen (aus russki.journal.ru) steht "Das Ende 
der russischen Dichtung. Sie wäre von der Politik
gefressen. Quatsch!- meinen die Holzpuppen.- Obwohl...
 

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DIE RUSSEN ANTE PORTAS DER FRANKFURTER BUCHMESSE

 

Ein Ästhet wird vielleicht die Nase rümpfen, aber die russischen Veranstalter der Präsentation ihres Landes auf der Frankfurter Buchmesse sorgen nicht nur dafür, dass die Besucher die zahlreich  vertretenen Verlage, Bücher und Autoren aus  Russland  kennen lernen, sondern auch ihren Spaß haben. An der Spitze des Angebots steht ein Wettbewerb, den das Organisationskomitee des russischen Gastlandsauftritts ausgeschrieben hat. Sein Titel lautet "Ihre Frage an die Kosmonauten!" Der Gewinner darf vom Gelände der Frankfurter Buchmesse aus ein Live-Gespräch mit dem russischen Kosmonauten Jurij Malentschenko und dem amerikanischen Astronauten Edward Lu führen, die sich an Bord der Internationalen Raumstation ISS befinden. Die Sieger des Wettbewerbes  werden in  den nächsten Tagen  in Moskau von einer Jury unter Leitung des ehemaligen Kosmonauten und jetzigen Rektors der Moskauer Universität für Geodäsie und Kartografie, Viktor Sawinych, ermittelt und zur Frankfurter Buchmesse eingeladen. Um das Gespräch zu ermöglichen, wird zwischen dem Gastland-Pavillon und der Weltraumstation am Buchmesse-Samstag eine Bild- und Funkverbindung geschaltet. Denn an diesem Tag wird die ISS ab 11 Uhr in 268 Kilometern Höhe das Buchmessegelände überqueren.

Zusätzlich zur Direktübertragung soll eine  Ausstellung im Russland-Pavillon Informationen rund um das Thema "Russische Raumfahrt" vermitteln. Sternengucker und Raumfahrt-Fans können dort probieren, wie Kosmonautennahrung schmeckt.

Heiß und fettig, köstlich und vergnüglich wird es am Messe-Sonntag ab 12.00 Uhr auf der Agora des Messegeländes zugehen, wenn als Weltrekordversuch der weltgrößte Rasstegai, eine Moskauer Pirogenspezialität, versteigert wird.

Der knapp 30 Quadratmeter lange Rasstegai wird portionsweise für einen wohltätigen Zweck versteigert. Die Käufer eines Kuchen-Stücks werden zusätzlich mit einem Gläschen Wodka bewirtet und erhalten ein Zertifikat, das ihre Mitwirkung am Weltrekordversuch dokumentiert.

Die Erlöse der Versteigerung sollen zur Hälfte an eine deutsche und eine russische Stiftung zur Leseförderung von Kindern gehen.

 

Wohl weniger lustig, dafür aber informativer wird  es auf einem Treffen mit russischen Autoren in Köln zugehen. Am 3. Oktober beginnt hier die lange Nacht der russischen Literatur. Zu den Teilnehmern der Veranstaltung gehören
Tatjana Tolstaja,  Wladimir Makanin, Vladimir Sorokin- alles Autoren, die in Russland viel Aufsehen erregten.

Für die Schriftsteller ist das heutige Russland eine besondere Herausforderung, verändert es sich doch so schnell wie kein anderes Land der Welt. Dem gegenüber steht eine Literatur, die keine Extreme scheut. Das deutsche Lesepublikum erhält die Möglichkeit , sich mit  ihren  Autoren zu treffen, die in der Tradition von Gogol, Dostojewski, Bulgakow stehen.

Dem breiteren Publikumsgeschmack entsprechen die Romane der  weltweit erfolgreichen Ljudmila Ulitzkaja. Ihr neues Buch "Die Lügen der Frauen" ist die Lebensgeschichte  russischer Frauen, die auf der Suche nach Glück    in der Schweiz landeten und sich mit allen Mitteln durchs fremde Leben  schlagen müssen.

Außer den Begegnungen mit den Autoren bietet die lange Nacht in Köln leichte Unterhaltung aus  Russland und eine Medieninstallation. Diese heißt  Oblomows Zimmer- nach einem  Roman, dessen Held die Gutmütigkeit eines Bilderbuchrussen verkörpert.


Die Repräsentation  Russlands auf der Frankfurter Buchmesse flankieren auch andere, der russischen Literatur gewidmete Veranstaltungen sowohl in der Messestadt selbst, als auch in anderen Städten Deutschlands.

1.10.03
 

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