Die Puppen sind anklickbar!

Eine eMail an uns?

Zur Startseite

Vor fünfzig Jahren begann in Bonn mit der Gründung des Bundesministeriums für Verteidigung die Geschichte der Bundeswehr. 

 

Die Geburt der Bundeswehr wurde nicht mit Trompeten- und Paukenklängen  umrahmt. Auch im eigenen Lande nicht. Die Bundesbürger befürchteten damals eine erneute Militarisierung ihres Vaterlandes. Mit allem, was dazu gehört. Einschließlich einer Politik, die auf Gewalt setzt. Kurz nach einem Krieg, in der die deutsche Wehrmacht scheußliche Schandtaten ermöglicht hatte, war das keine verlockende Aussicht. Für die Deutschen nicht. Erst recht nicht für die vom Krieg am meisten betroffenen Länder.  Wie Russland.

 

Fünfzig Jahre danach unterhalten die russischen Streitkräfte gute Beziehungen zur Bundeswehr. Russland hat seinen Luftraum für deutsche Transportflugzeuge geöffnet, die der Versorgung der in Afghanistan operierenden Bundeswehreinheit dienen.

 

Das war möglich, weil der deutsche Soldat  anders geworden ist. Das sieht man, wenn man ihn hier trifft.  Der Verfasser dieses Berichtes, selbst vor vielen Jahren Soldat, war jedes Mal tief bewegt, wenn er junge Männer in Bundeswehruniform an Gedenkstätten für die im Kampf gegen  Hitler gefallenen Kameraden traf. Bei  Ehrenbezeugungen, Aufräumungsarbeiten und Ähnlichem.

 

Die Bundeswehr hat die schwierige Aufgabe gemeistert,  im eigenen Lande und im Ausland  viel Vertrauen zu erwerben. Als eine Streitmacht, die niemanden bedroht. Die eigenen Landsleute auch nicht.

 

Allerdings gab es  in der Bundeswehr  bedauernswerte Vorfälle. Aber sie wurden schnell und gründlich untersucht und ausgeräumt. Wie es sich in einer Armee gehört, die kein Staat im Staate sein will. Kein  Büttel der Reaktion. Sondern  streng im Rahmen der Verfassung handelt und  ein Spiegel der demokratischen Gesellschaft ist. Der Nachahmung wert.  

 

Nach dem Ende des Kalten Krieges setzte eine neue Etappe im Leben der Bundeswehr ein.  Deutschland ist ein Land geworden, das nur Friedensgrenzen hat. Wenn es trotzdem bedroht wird, dann nur vom internationalem Terrorismus, dessen Abwehr andere Einsätze erfordert. Auch Friedenseinsätze wie die von der Bundeswehr in Afghanistan. Das heißt nicht, dass reguläre Streitkräfte überflüssig geworden sind. Aber ihre Aufgaben müssen neu definiert werden. Nach hiesigen Presseberichten zu urteilen, ist die Bundeswehrführung dabei. Es geht darum, die Bundeswehr, deren Etat nicht gerade vergrößert und deren Personalbestand eher reduziert wird, trotzdem effizienter zu gestalten.

 

Da die russischen Streitkräfte vor einer ähnlichen Aufgabe stehen, wäre  ein noch inhaltsreicherer Erfahrungsaustausch zu wünschen. Zwischen den Ländern, die auf strategische Partnerschaft schwören, muss es möglich sein. Umso mehr, wenn die Geschichte ihrer Beziehungen auch diese Stränge der Zusammenarbeit kennt.

 

Schließlich war General Scharnhorst, auf dessen Vision die Bundeswehr ihr Leitbild   vom Bürger in Uniform zurückführt, ein Freund Russlands. Und russische Soldaten kämpften mit den deutschen zusammen im Befreiungskrieg gegen die Fremdherrschaft.

----------

       

Matrjoschka    verfolgte am Donnerstag, dem 21.4., am Fernsehschirm  die siebzehn Stunden lange Anhörung zur sogenannten Visa- Affäre in einem  Ausschuss des Deutschen Bundestages. Hier ihr  Eindruck.

 

Es wird spannend, wenn jeder, der es will, in das innere Leben der Staatsbürokratie Einblick nehmen darf. Eine bewundernswerte Transparenz der Vorgänge, die sonst dem Menschen von der Straße verborgen bleiben. Denn keine Bürokratie lässt sich gern in die Karten schauen, weil man ihr womöglich auf die Schliche kommt.

 

Es ist zu wünschen, dass das deutsche Beispiel Schule macht. Zum Beispiel in Russland. Unter der Sowjetmacht  galten die Verwaltungsvorgänge als top secret. Was in den Tiefen des Apparates auch vor sich gehen mochte, nach außen drang nur das übliche Blabla.  Auch unter Gorbatschow und Jelzin  war es oft nicht viel anders.  Jetzt hat dort die Transparenz der Regierungs- und Verwaltungsvorgänge wohl zugenommen. Aber ein scharfes Fernsehverhör der Zuständigen, wie am Donnerstag in Phönix vorexerziert, fehlt noch.

 

Allerdings sollte so ein Verhör das Wesen der Sache nicht verschleiern, sondern erhellen. Während der siebzehnstündigen Phönix- Sendung kamen  dem berichterstattenden Fernsehzuschauer mitunter Zweifel daran, dass das Verhör  dieser selbstverständlichen